Technikantinnen berichten
Rieke: Spaß an neuen Herausforderungen
Was hat dich motiviert beim Niedersachsen-Technikum mitzumachen?
Mich hat am Niedersachsen-Technikum besonders angesprochen, dass ich über einen längeren Zeitraum sowohl in einem Unternehmen mitarbeiten als auch Vorlesungen und Hochschulangebote besuchen konnte. Nach dem Abitur war ich mir noch nicht sicher, ob ein technischer Beruf oder Studium wirklich der richtige Weg für mich ist. Ich wollte nicht einfach drauf los studieren, sondern vorher herausfinden, wie technische Berufe tatsächlich aussehen und welche Anforderungen sie mit sich bringen. Außerdem fand ich es sehr spannend, dass das Technikum speziell junge Frauen im MINT-Bereich unterstützt. Für mich war es eine gute Gelegenheit, mich in einem technischen Umfeld auszuprobieren, meine Stärken und Schwächen kennenzulernen und mögliche Zukunftsperspektiven zu entdecken.
Warum hast du dich für dein Unternehmen entschieden?
Für die Firma PURPLAN habe ich mich entschieden, weil mich die Vielseitigkeit des Unternehmens besonders angesprochen hat. PURPLAN begleitet Projekte von der ersten Idee über die Planung bis hin zur Umsetzung – genau das hat mich neugierig gemacht. Außerdem hat mich im Vorstellungsgespräch die offene und nette Atmosphäre überzeugt. Ich hatte direkt das Gefühl, dass ich als Technikantin nicht nur mitlaufe, sondern aktiv ins Team integriert werde und eigene Aufgaben übernehmen darf, was sich später dann auch so gezeigt hat. Die offene Kommunikation und die Bereitschaft, mir Dinge zu erklären, haben mir den Einstieg sehr erleichtert. Für mich war es die perfekte Kombination aus professionellem Arbeitsumfeld, spannenden Projekten und einer persönlichen Atmosphäre, in der ich viel lernen durfte.
Was waren deine Aufgaben im Unternehmen?
Bei PURPLAN hatte ich die Möglichkeit, verschiedene Bereiche des Unternehmens kennenzulernen und überall aktiv zu werden. Zu Beginn begleitete ich die Projektleiter und nahm an zahlreichen Meetings teil. So bekam ich einen guten Einblick in die Organisation, Planung und Abstimmung von Projekten. Anschließend war ich in der Elektrowerkstatt tätig, wo ich beim Schaltschrankbau, beim Verkabeln und bei kleineren Montagearbeiten unterstützte. Auch das Lager lernte ich kennen und erhielt dort Einblicke in die Warenannahme, Einlagerung und die logistischen Abläufe. In der mechanischen Werkstatt durfte ich mich zudem praktisch ausprobieren, beispielsweise beim Schneiden von Rohren und beim Schweißen. Im Konstruktionsbüro arbeitete ich mich schließlich in das CAD-Programm ein und konstruierte unter anderem eine Fluchttreppe für ein Neubaugebäude. Insgesamt waren meine Aufgaben sehr vielfältig und haben mir ein umfassendes Bild vom technischen und organisatorischen Arbeitsalltag vermittelt.
Was war die größte Herausforderung?
Die größte Herausforderung für mich war es, aus der Rolle der Schülerin in ein technisches Arbeitsumfeld zu wechseln. Plötzlich war ich Teil echter Projekte mit festen Abläufen, Termindruck und professionellen Anforderungen. Gerade in den ersten Wochen musste ich lernen, mich in neue Themen einzuarbeiten und mit Fachbegriffen und technischen Zeichnungen umzugehen, die mir vorher noch nie begegnet waren. Auch der häufige Wechsel zwischen den Abteilungen war anspruchsvoll, weil jede Abteilung ihre eigenen Aufgaben, Arbeitsweisen und Schwerpunkte hat. Ich musste mich immer wieder neu orientieren und flexibel bleiben. Gleichzeitig war genau das eine wertvolle Erfahrung: Ich habe gelernt, offen auf Neues zuzugehen, Verantwortung zu übernehmen und bei Unsicherheiten aktiv nachzufragen. Rückblickend war dies eine große Chance, weil ich dadurch selbstständiger und selbstbewusster geworden bin und gemerkt habe, dass ich mich auch in kurzer Zeit in komplexe Themen einarbeiten kann.
Welche Vorlesung hast du besucht und wie hat sie dir gefallen?
Ich habe die Vorlesung „Grundlagen der Wirtschaftsinformatik“ besucht. Sie war sehr theoretisch und teilweise anspruchsvoll, weshalb sie mir nicht ganz so leichtgefallen ist. Trotzdem konnte ich viel lernen: Ich habe ein besseres Verständnis dafür bekommen, wie Informationssysteme funktionieren, wie Daten verarbeitet werden und welche Rolle digitale Prozesse in Unternehmen spielen. Auch wenn mir die Vorlesung inhaltlich eher trocken erschien, war es eine gute Gelegenheit, die Wirtschaftsinformatik kennenzulernen und mich mit wichtigen Fachbegriffen und Abläufen vertraut zu machen. Rückblickend war es eine gute Erfahrung, um ein grundlegendes Verständnis zu bekommen.
Was nimmst du vom Technikum für die Zukunft mit?
Vom Niedersachsen-Technikum nehme ich vor allem viele wertvolle Erfahrungen mit, die mir sowohl für ein mögliches Studium als auch für meinen späteren Berufsweg helfen werden. Durch die Einblicke in die verschiedenen Abteilungen habe ich ein realistisches Bild davon bekommen, wie vielseitig technische Berufe sein können und welche unterschiedlichen Aufgabenbereiche es gibt. Besonders wichtig war für mich, dass ich gelernt habe, mich schnell in neue Themen einzuarbeiten, flexibel zu bleiben und mich in verschiedenen Arbeitsumgebungen zurechtzufinden. Ich habe gemerkt, wie wichtig es ist, Fragen zu stellen, Ideen einzubringen und gleichzeitig selbstständig Lösungen zu erarbeiten. Neben den fachlichen Kenntnissen habe ich auch persönlich viel mitgenommen: Ich fühle mich selbstbewusster im Umgang mit technischen Aufgaben, kann mich besser organisieren und habe gelernt, strukturiert und lösungsorientiert zu arbeiten. Das Technikum hat mir gezeigt, dass ich mir ein technisches Studium zutraue und dass ich Spaß daran habe, mich immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen. Diese Erfahrungen und Erkenntnisse werden mich auf meinem weiteren Weg begleiten und mir helfen, meine beruflichen und persönlichen Ziele klarer zu verfolgen.
