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Technikantinnen berichten

Hannah: Mehr als nur ein guter Pluspunkt für den Lebenslauf


Technikantin 2025/26

Was hat dich motiviert, beim Niedersachsen-Technikum mitzumachen?

Aus der Schule bin ich mit einem Interesse an Informatik gekommen. Einerseits konnte ich durch das Niedersachsen-Technikum sowohl in Erfahrung bringen, ob das Studium und auch ein Job in diesem Bereich für mich in Frage kommt. Andererseits wollte ich mein Fachwissen weiter ausbauen, um besser in das spätere Studium hinein zu starten. In der Schule wurden teilweise leider veraltete Themen sehr oberflächlich thematisiert. Ein weiterer Grund war, dass es vor allem im MINT-Bereich sehr schwer ist, ohne Kontakte einen Praktikumsplatz zu bekommen. Das Technikum ermöglicht dies und sorgt parallel dafür, dass man eine sehr gute Betreuung währenddessen erhält.

Warum hast du dich für dein Unternehmen entschieden?

basecom, mein Unternehmen, war eines der verfügbaren Unternehmen, die sich als Software-Dienstleister vollständig mit Software-Development und -Consulting beschäftigen. Die restlichen Unternehmen haben das Praktikum in einer IT-Abteilung ihres Unternehmens angeboten. Da ich aus dem Ruhrgebiet komme, war die Lage in zentral Osnabrück zudem perfekt. Der Wohnungsmarkt in Osnabrück ist relativ groß, sodass ich eine WG in Osnabrück finden konnte und weder für das Praktikum noch für die Hochschule pendeln musste. Ausschlaggebend war aber vor allem das Kennlerngespräch. Die Unternehmensvertreter waren sehr nett und haben das Gespräch sehr angenehm gestaltet. Anschließend hat mir die Technikantin aus dem letzten Jahr, die für eine Ausbildung bei basecom geblieben ist, eine Führung durch die Büroräume gegeben. All das hat mich sehr überzeugt.

Was waren deine Aufgaben im Unternehmen?

Ich habe mein eigenes Projekt entwickelt. Es ging um eine Übersicht der Restaurants in Osnabrück mit internen Bewertungen, der Möglichkeit Favoriten abzuspeichern, einem “Randomizer” und ein Quiz, um bei der Auswahl von Restaurants zu helfen. Die Idee stammt von einer Mitarbeiterin, die sich das Programm gewünscht hat. Um die Idee umzusetzen, habe ich zuerest Interviews mit Mitarbeitende geführt, was sie sich wünschen und wie die Mittagsplanung durch das Programm unterstützt werden kann. Aus diesen Eindrücken habe ich die Anforderungen formuliert und das Design entworfen. Danach habe ich die Web-Anwendung und auch die dazugehörigen Datenbank Anbindungen entwickelt.

Was war die größte Herausforderung?

Die größte Herausforderung war, sich sowohl im Unternehmen als auch in der Hochschule zurechtzufinden. In das Unternehmen kommt man in ein “geschlossenes System”. Jeder kennt schon jeden und man selbst kommt als “Neue” hinein. Am Anfang war das komisch und ich war auch etwas unsicher. Aber alle im Unternehmen waren schon informiert und kannten meinen Namen schon quasi vorher. Auch waren alle sehr aufgeschlossen und hilfsbereit. Man muss sich also einfach trauen und auf Kollegen zugehen.

In meiner Vorlesung war ich ebenfalls alleine und, da es eine zweit-Semester Vorlesung war, gab es bereits Gruppierungen und Freundschaften. Einfach so auf andere Studierende zuzugehen und sie nach Dingen zu fragen oder sich zusammen zu tun, für z.B die Hausarbeit, hat Überwindung gekostet. Aber auch dort gilt, dass man sich einfach trauen muss. Die Studierende sind zwar nicht so aufgeschlossen wie die Mitarbeiter im Unternehmen, aber helfen einem trotzdem gerne weiter.

Welche Vorlesung hast du besucht und wie hat sie dir gefallen?

Da ich mich für Informatik interessiere, hatte ich die Auswahl zwischen Wirtschaftsinformatik an der Universität und Audio- und Videotechnik aus dem Studiengang Medieninformatik an der Hochschule. Wirtschaftsinformatik war mir zu BWL-lastig, weswegen ich mich für Audio- und Videotechnik entschieden habe.

Leider ist Audio- und Videotechnik eines der Module, die wenig bis gar nichts mit Informatik bzw. Programmierung direkt zu tun haben. Es ging viel darum, wie man eine Kamera und ein Mikrofon bedient und auch wie Schall- und Lichtsignale digitalisiert werden. Es war sehr physiklastig und ich war bei vielen Themen raus. Aber trotzdem habe ich sowohl Hausarbeit als auch Klausur mitgeschrieben. Es war es auf jeden Fall wert, die Prozesse durchzumachen und auch mal eine Klausur mitzuschreiben. Man kann dadurch den groben Lernaufwand besser einschätzen. Auch unterscheiden sich Abitur- und Hochschulklausuren sehr stark.

Also war ich trotz der mäßig interessanten Themen froh das Modul belegt zu haben und nehme neben Klausur und Hausarbeit Erfahrungen auch mit, wie ich eine Kamera bediene. Auch kann nicht alles im Leben immer interessant sein. Sowas wird bestimmt im eigenen Studium auch nochmal auf einen zukommen.

Was nimmst du vom Niedersachsen-Technikum für die Zukunft mit?

Ich habe mich durch das Technikum in sehr vielen Bereichen weiterentwickelt. Fachlich habe ich einen sehr ausführlichen Einblick in viele Themenbereiche bekommen, die mich interessieren. Das wurde vor allem durch die sehr nahe Betreuung ermöglicht. 

Den gesamten Entwicklungsprozess eines Projektes mitzumachen, hat mich auch organisatorisch sehr weitergebracht. Durch Kundentermine und Monatspräsentationen, denen ich beiwohnen durfte, habe ich gute Einblicke in die Prozesse eines Unternehmens und die Hintergründe von marktwirtschaftlichen Entscheidungen bekommen.

Auch menschlich hat mich das Technikum und vor allem das Praktikum weitergebracht. Ich habe gelernt, an Probleme, Herausforderungen und Aufgaben heranzugehen, bei denen ich mich früher gestresst habe. Ich bin insgesamt selbstbewusster geworden. Auch die Menschen, die ich kennengelernt habe und die Dinge, die wir zusammen gemacht haben, wie Sport oder gemeinsame Mittagspausen, haben die Zeit zu einer sehr schönen Zeit gemacht.

Insgesamt gehe ich mit neuen Bekannt- und Freundschaften und vielen neuen Kompetenzen aus dem Technikum heraus. Es ist viel mehr als nur ein guter Pluspunkt für den Lebenslauf.