Über das Praktikum zum Zukunftsplan - Hochschule Emden/Leer verabschiedet Technikantinnen

Wenn junge Frauen den Mut haben, sich auf das "Experiment" Praxiserfahrung einzulassen

Emden – Wo vor einem halben Jahr noch ein großes Fragezeichen stand, hat sich jetzt eine klare Zukunftsperspektive Raum geschaffen - Sylvia Hegemann ist zufrieden. Ihre Teilnahme am Niedersachsen-Technikum hat ihr nicht nur spannende Einblicke in die Berufs- und Studienwelt verschafft, sondern auch einen dualen Studienplatz an der Hochschule Emden/Leer. Ab dem Wintersemester wird sie in Emden Maschinenbau studieren.

Zum sechsten Mal beteiligt sich die Hochschule an dem Programm „Niedersachsen-Technikum“. Es soll junge Frauen dazu ermutigen, ein Studium im so genannten MINT-Bereich – also in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik – aufzunehmen. Die Teilnehmerinnen lernen ein halbes Jahr lang die Arbeitsabläufe in einem regionalen Unternehmen kennen und besuchen außerdem Vorlesungen in MINT-Studiengängen an der Hochschule.

Sylvia Hegemann kommt aus Werpeloh im Emsland. Nach ihrem Abitur machte die heute 22-Jährige zunächst eine Ausbildung zur Orthopädie-Mechanikerin. Mit dem Abschluss der Ausbildung kam der Wunsch auf, sich im technischen Bereich fortzubilden – doch die zündende Idee fehlte. Durch Zufall erfuhr Hegemann vom Niedersachsen-Technikum und kam darüber zur MAC Hamburg GmbH am Standort Papenburg. Bei dem Unternehmen handelt es sich um eine Schwesterfirma der Meyer Werft, die Klimaanlagen für Passagier-, Spezial- und Kreuzfahrtschiffe konzipiert und baut. Hegemann arbeitete im Büro der Fertigung und Planung und durfte zudem bei Begehungen der Klimaräume auf den riesigen Kreuzfahrtschiffen dabei sein.

„Mir wurde sehr viel Vertrauen entgegen gebracht, so dass ich meine Aufgaben selbständig erarbeitet und vorgestellt habe. Außerdem sieht man normalerweise nicht jeden Tag riesige Kreuzfahrtschiffe aus der Nähe, ich durfte das“, so Hegemann. Auch zu Meetings in Hamburg wurde die 22-Jährige mitgenommen, so dass sie auch das Team der Konstrukteur/innen kennenlernte. Bis zum Sommer wird die 22-Jährige noch bei MAC in Papenburg arbeiten und im Anschluss ihr duales Studium aufnehmen.

„Wir haben unwahrscheinlich positive Rückmeldungen bekommen, das Programm wird wirklich gut angenommen und hat sich für viele jungen Frauen als große Hilfe erwiesen“, so Christel Boven-Stroman, die an der Hochschule Emden/Leer für die Koordination des Niedersachsen Technikums zuständig ist.  Am Dienstag stellten die neun „Technikantinnen“ des vergangenen Durchlaufs – unter ihnen auch Sylvia Hegemann – ihre Praxiserfahrungen bei einer Abschlusspräsentation in der Hochschule vor. 

„Wir haben hier ein riesiges Potential, das gehoben werden muss“, so Prof. Dr. Gerhard Kreutz, Präsident der Hochschule Emden/Leer. Um dies in die Tat umzusetzen, müssten Unternehmen und Hochschulen gleichermaßen im Blick haben, wie MINT-Angebote für junge Frauen noch interessanter werden könnten, betonte in diesem Zusammenhang die Zentrale Gleichstellungsbeauftragte der Hochschule Emden/Leer, Jutta Dehoff-Zuch. Prof. Dr. Rüdiger Götting, Dekan des Fachbereichs Technik, beglückwünschte die Teilnehmerinnen zu ihrem Mut, sich auf das „Experiment“ der Praxiserfahrung eingelassen zu haben.

Unter anderem hatten die jungen Frauen die Unternehmen Enercon, Volkswagen, Rügenwalder Mühle und Bünting kennengelernt. Kreutz dankte Boven-Stroman für ihren herausragenden Einsatz in den vergangenen Jahren.

© Hochschule Emden/Leer

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