Hochschule Osnabrück: Projekt „Robo Soccer"-Roboter die Zukunft des Fußballs?

Hautnah erleben wie aus einer kleinen Idee im Laufe der Zeit ein ganzer Roboter entsteht

Wir sind Maren und Lena und haben das Niedersachsen Technikum 2015/16 gemacht. Schon während des Technikums haben wir durch die Vorlesung „Software Engineering für Elektrotechnik“ ersten Kontakt zu kleinen Robotern gehabt. Diese haben uns so fasziniert, dass wir direkt nach dem Technikum begonnen haben Elektrotechnik zu studieren und uns im vierten Semester sogar auf die Fachrichtung Automatisierung und Energie spezialisiert haben. Nun sind wir im fünften Semester und sind immer noch begeistert von unserem Studium. 

Im Wintersemester 2017/18 hatten wir dann im Rahmen unsers Studiums die Gelegenheit zusammen mit zwei weiteren Studierenden an einem Projektmodul teilzunehmen. Dieses Modul kann freiwillig gewählt werden und bietet den Studierenden die Möglichkeit außerhalb des Hörsaals Technik praxisnah zu entdecken und auch mal selber Dinge auszuprobieren. Zum Beispiel konnten wir löten, mit dem 3D-Drucker drucken und vieles mehr. Besonders toll an diesem Projekt fanden wir, dass wir nicht nur, wie bei unserem Technikum die Roboter programmiert haben, sondern diese vorher auch selbst konstruiert und gebaut haben. Wir konnten also unsere eigenen Ideen und Vorstellungen selbstständig umsetzen und hautnah erleben wie aus einer kleinen Idee im Laufe der Zeit ein ganzer Roboter entsteht.

Das Ziel des Projektes „Robo Soccer“ ist die Realisierung von kleinen mobilen Robotern, die auf einem Spielfeld von der Größe einer Tischplatte autonom Fußball spielen. Dieses Ziel soll in mehreren Etappen erreicht werden. Im Rahmen des Elektrotechnik-Projektes des Wintersemesters 2017/18 haben wir an an der ersten Etappe gearbeitet: Wir haben zwei ferngesteuerte Roboter entwickelt und programmiert, die zunächst noch von Menschen mit Hilfe eines Spielekonsolen-Controllers gesteuert werden. Eine knifflige Herausforderung für unser vierköpfiges Team stellte der Wunsch nach einer möglichst kompakten und energiesparenden Realisierung des ersten Prototyps dar. 

Ein Teil unseres Projektteams hat sich mit der Realisierung des mechanischen Aufbaus auseinandergesetzt. Hierzu haben wir mehrere Prototypen für das Chassis des Roboters entwickelt und mittels eines 3D-Druckers realisiert. Wir waren wirklich sehr begeistert davon, dass man mit dem 3D-Drucker genau die Teile, die wir benötigt haben innerhalb kürzester Zeit drucken kann. Neben der kompakten Größe haben wir beachtet, dass der Roboter ausreichend schnell und wendig ist und, dass die Schussvorrichtung für den Ball so platziert ist, dass ausreichend Kraft aufgebracht und der Ball gut erreicht werden kann. Das war schwieriger als gedacht, aber mit ein wenig Unterstützung und eigener Überlegung konnten wir schlussendlich auch diese Probleme lösen.

Andere Teammitglieder fokussierten auf die Elektronik: Auswahl von Komponenten und der Entwurf einer möglichst kompakten Platine standen hier im Vordergrund. Parallel dazu entwickelten wir die benötigte Software, die eine drahtlose Steuerung der Mini-Spieler ermöglicht. Hierbei kamen uns die Kenntnisse der vergangenen Semester zugute und auch die Erfahrungen, die wir während des Technikums in unseren Unternehmen sammeln konnten.

Das Etappenziel für dieses Semester haben wir erreicht: Die entwickelten Roboter sind in der Lage, zu fahren und einen Ball zu schießen. Auf diesem Ergebnis soll in den folgenden Semestern aufgebaut werden: Mit Hilfe einer über dem Spielfeld angebrachten Kamera soll die Position und die Laufrichtung der Spieler ermittelt werden. Auf Basis dieser Information sollen die Spieler eigenständig über sinnvolle Spielzüge entscheiden und ohne Eingriff eines Menschen gegeneinander Fußball zu spielen.

Das Projekt hat uns wirklich sehr großen Spaß gemacht und uns wieder darin bestärkt, dass wir auch dank des Technikums den richtigen Studiengang gefunden haben. Die Elektrotechnik ist ein spannender Bereich, in dem man viel Neues entdecken, sich selbst ausprobieren und direkt am technischen Fortschritt mitwirken kann.

Wir würden das Technikum jedem empfehlen, der sich für Technik und die MINT-Fächer begeistern kann. Probiert es einfach mal aus!

© Lena Maria Quest / Malen Nilsson 

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