Sina: Frauen und Technik- warum denn nicht?

Abitur-und was dann? Diese Frage stellen sich bestimmt einige. Für mich war klar, es soll irgendetwas im MINT-Bereich sein. Aber soll ich sofort mit einem Studium beginnen oder lieber eine Ausbildung absolvieren? Selbst wenn man sich in dem sicher ist, bleibt die Frage: Was genau? Daher habe ich mich dazu entschieden, am Niedersachsen-Technikum teilzunehmen. Das Niedersachsen-Technikum ist ein landesweites Projekt für Abiturientinnen, die sich im Grunde vorstellen können, ein MINT-Fach zu studieren, aber entweder noch nicht sicher wissen, ob es tatsächlich das Richtige ist, oder aber welche Richtung am besten zu ihnen passt.

Über sechs Monate hatte ich dadurch die Möglichkeit, den Hochschulalltag und die verschiedensten Studiengänge kennenzulernen. Durch das Praktikum bei der Bühler GmbH in Braunschweig konnte ich zusätzlich einen Einblick in den Arbeitsalltag von z.B. Ingenieurinnen und Ingenieuren erhalten.
Ich hatte mich für dieses Unternehmen entschieden, da dort die Ausbildung zum/zur technischen Systemplaner/in angeboten wird, was dem/der technischen Produktdesigner/in (ein Beruf, der mich besonders interessiert) sehr ähnlich ist. Ich lernte verschiedene Programme zur Erstellung von 3D-Zeichnungen kennen und anzuwenden und wurde in einzelne Projekte miteinbezogen.
Eine meiner Aufgaben bestand zum Beispiel darin, für eine Mühle einen Entlüftungseinlauf (s. Abb.) neu zu konstruieren. Das Volumen im Inneren sollte um die Hälfte größer werden, dabei die Gesamthöhe aber nicht verändert.

Außerdem hatte ich sehr viel Kontakt mit den Azubis und vielen gleichaltrigen „Kolleginnen und Kollegen“, mit denen ich Zeit verbringen und mich austauschen konnte. Somit erlebte ich auch den Arbeitsalltag aus der Sicht eines Azubis, was mir ermöglichte, ein sehr realistisches Bild von dem Beruf, allen dazugehörigen Tätigkeiten und auch von der dazugehörigen Ausbildung zu erlangen.

Nebenher verbrachte ich zusammen mit allen anderen Technikantinnen der TU Braunschweig einen Tag pro Woche an der Universität. Wir besuchten eine Vorlesung und durften auch die Klausur darüber mitschreiben. Des Weiteren lernten wir die einzelnen Fakultäten und verschiedene Studiengänge der TU kennen. Durch Exkursionen erhielten wir noch mehr Einblicke in verschiedene Berufe und Tätigkeitsfelder. Aber vor allem durch den Austausch untereinander lernten wir die Unternehmen, die Berufsfelder und die entsprechenden Aufgaben der jeweils anderen Teilnehmerinnen kennen und konnten uns aus erster Hand informieren.

Insgesamt ist das Technikum also eine große Hilfe bei der Berufsorientierung. Man lernt viele neue Berufe und Studiengänge kennenlernen und kann gleichzeitig auch anderes ausschließen. So kann man sicherer eine Entscheidung treffen.