Von den Produktionsschritten der ersten Bauteile bis hin zur fertigen Maschine

Am Donnerstag, den 12.10.17, haben wir 15 Technikantinnen der TU Braunschweig uns gemeinsam mit den sechs Technikantinnen der Ostfalia Hochschule aufgemacht, um uns die Bühler GmbH in Braunschweig anzusehen. „Bühler“ ? Vor unserem Technikum hatten erst zwei der Technikantinnen von dieser Firma gehört. Daher waren wir umso überraschter zu erfahren, dass  wir alle täglich mit Produkten in Berührung kommen, die mit Hilfe der Maschinen von Bühler hergestellt werden.

Bei unserem Eintreffen wurde uns zunächst das Unternehmen vorgestellt. Vor etwa 150 Jahren mit wenigen Mitarbeitern in der Schweiz gegründet, hat sich Bühler mittlerweile zu einem weltweiten Konzern mit über 140 Standorten und 10 800 Mitarbeitern entwickelt. Bühler baut Maschinen, die spezifisch auf die Wünsche des Kunden zugeschnitten sind und meist in der Lebensmittelindustrie verwendet werden. So kommen Bühler-Maschinen in 65% der weltweiten Weizenproduktion und 60% der Schokoladenproduktion zum Einsatz. Lindt, Rittersport, Nestlé, Heinecken, Becks, sie alle sind Kunden von Bühler.

Nachdem uns das Unternehmen vorgestellt wurde, haben zwei Bühler-Mitarbeiter uns etwas über ihren Werdegang erzählt. Eine junge Projektleiterin, die erst seit etwa einem Jahr bei Bühler arbeitet und ein gestandener Bühler-Mitarbeiter, der schon seit über 35 Jahren im Unternehmen ist. Die eine mit einer Ausbildung zur Müllerin und der andere mit einem Studium zum Maschinenbau-Ingenieur. Es wurde schnell klar, dass man auf viele verschiedene Weisen zu Bühler kommen kann und es auch innerhalb der Firma viele Jobperspektiven gibt.

Anschließend haben wir eine Werksführung bekommen. Zuerst wurde uns die Abteilung der Rostfreien-Fertigung gezeigt. Hier wurden Metalteile zugeschnitten und geschweißt, wodurch nach und nach die großen Bühler-Maschinen entstehen. In der nächsten Halle wurden Conchen produziert. Conchen sind große Behälter, in denen Schokolade bis zu 72 Stunden gerührt wird, um ihre cremige Struktur zu erhalten. Wir konnten uns eine der mittelgroßen Maschinen anschauen, „nur“ etwa 4m hoch mit einem Fassungsvermögen von etwa 10t Schokolade. Anschließend ging es weiter zu den Plansichtern. Sie werden genutzt um beispielsweise Mehl und Zucker in feines Pulver zu sieben. Auch hier konnten wir uns die Produktionsschritte von den ersten Bauteilen bis zur fertigen Maschine ansehen. Die nächste Halle enthielt hunderte Walzen. Bühler stellt diese her oder überarbeitet sie für den erneuten Gebrauch. Auch die Ausbildungswerkstatt, in der einige der 33 Auszubildenden Bühlers arbeiten, konnten wir uns ansehen. 

Nach der Werksführung ging es raus zum Gruppenbild vor der denkmalgeschützten Fassade der alten Fabrik. Uns wurde vorgeschlagen, uns doch mal für ein Praktikum oder eine Ausbildung bei Bühler zu bewerben, bei 3 Frauen und 177 Männern im Bereich Fabrikation und Logistik könnte man doch noch einige Frauen brauchen.

Zum Schluss gab es noch eine Fragerunde, bei der uns alle noch offenen Fragen beantwortet wurden, bevor unser Ausflug zu Bühler zu Ende ging. Es war sehr interessant, die Lebensgeschichten der Mitarbeiter zu hören und uns die Produktion anzusehen. So haben wir viel über ein Unternehmen gelernt, das uns jeden Tag im Alltag begegnet.

© Sabrina Zetsche, Technikantin TU Braunschweig 2017/18