VW-Roboter unterstützten die Automobilproduktion

Am Mittwoch, den 15.02.2017, trafen wir uns gemeinsam mit den Technikantinnen der Ostfalia zur Besichtigung des Motorenwerks in Salzgitter. Nachdem jede von uns einen Besucherausweis erhalten hatte, konnte unser heutiges Programm beginnen. Wir wurden von Frau Kühn abgeholt und begrüßt, dabei stieg sie mit einer kleinen Umfrage zu unseren bisherigen Erfahrungen und Studiengangsentscheidungen ein. Außerdem erfuhren wir bereits einige Fakten zum Standort Salzgitter und erhielten einen Einblick in die Tätigkeiten der beiden Technikantinnen, die dort untergebracht sind.

In ihrem Grußwort berichtete uns Frau Börsting, Personalleiterin bei VW Salzgitter, von ihrem Werdegang sowie ihrer Motivation, das Niedersachsen-Technikum zu unterstützen. Sie hatte bereits den ersten Durchgang des Technikums begleitet und berichtete uns von Begeisterung von Seiten der Teilnehmerinnen  als auch des Unternehmens.

In den anschließenden Praxisvorträgen berichteten zwei Ingenieurinnen von ihren Werdegängen und davon, welche Studiengänge zukünftig relevant seien. Frau Dr. Hahmann hat klassischen Maschinenbau studiert, sich dann in ihrer Promotion auf Fertigungstechnik spezialisiert und diese bereits als Mitarbeiterin in der Fertigungsplanung bei VW Salzgitter beendet. Dort ist sie in der Schnittstelle von Entwicklung und Produktion an vielfältigen Projekten beteiligt und beschäftigt sich mit der Serienmäßigen Umsetzung neuester Entwicklungen und der Planung und dem Aufbau neuer Produktionsstellen im In- und Ausland.

Frau Könnecker stieg direkt mit einem Dualen Studium bei VW ein, machte ihren Bachelor in Maschinenbau mit dem Schwerpunkt Antriebs- und Fahrzeugtechnik an der Ostfalia und schloss dem später noch einen berufsbegleitenden Master „Wirtschaft für Ingenieure“ an. Seit 2014 ist sie in der Komponentenentwicklung, die sich mit der Verbesserung von Wasser-, Öl- und Vakuumpumpen beschäftigt und der Entwicklung von Zylinderabschaltsystemen. Dabei geht es bei der Entwicklung vor allem darum, den CO2-Verbrauch zum Beispiel. durch gezielte Kühlung und Ölversorgung des Motors zu reduzieren, aber gleichzeitig so effizient wie möglich zu gestalten. Außerdem arbeitet sie mit an der Zukunftsgestaltung der Abteilung durch Projekte für zukünftige Antriebstechnologien, wie Hybrid- und Elektromotoren oder Brennstoffzellen.

Bevor wir mit der Werksführung den letzten Punkt der Tagesordnung begannen, wurde uns noch ein kurzer Film zum Standort Salzgitter und dessen Bedeutung für den Volkswagen Konzern gezeigt. 

Mit etwas Vorwissen ging es anschließend in die riesige Produktionshalle. Der Standort Salzgitter ist ein reines Motoren- und Komponentenwerk, in dem die Motoren verschiedenster Modelle wie Polo, Golf und Passat, aber auch der Bugatti-Motor gefertigt werden. An der gezeigten Montagelinie werden pro Schicht rund 545 Motoren fertiggestellt. Unterstützt werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei von Robotern, die selbstständig einfache Aufgaben ausführen oder den Mitarbeitern schwere körperliche Arbeiten abnehmen. 

Während unseres Rundgangs erhielten wir sehr viele Einblicke in die Produktionslinie der Benzin- und Dieselmotoren und konnten einige Produktionsschritte, wie das Kaltfügen der Nockenwellen mithilfe von flüssigem Stickstoff und die Trockenbearbeitung der Kurbelwelle, live mitverfolgen. Zuletzt konnten wir in der Pilothalle, in der unter anderem Prototypen gefertigt werden, noch einen Blick auf die Motoren des Bugatti Veyron und Bugatti Chiron werfen, welche bis zu 1500 PS haben.

Den Abschluss eines spannenden und gelungenen Tages bildete das gemeinsame Mittagessen in der Kantine. 

©Svenja Schreiber, Technikantin der TU Braunschweig 2016/17